BamM!/DFG-VK Berlin-Brandenburg
Praktische Infos zum Tag Y
Man kann ja nie wissen, wann der nächste „fällt“. Läuft es dumm, erwischt es ihn erst nach 16 Uhr, und bis wir davon Kenntnis bekommen und es weiterverbreiten können, wird es zu spät für die Party um 17.30 Uhr. Bei einem solchen „Fall“ würde das Schampussaufen am Folgetag stattfinden.
IN JEDEM „FALL“: Erkundigt Euch auf dieser Homepage, wie der Stand der Dinge ist. Aktuelle Partyplanungen wie auch etwaige Polizeibehinderungen werden wir hier mitteilen.
10. Februar 2010
Von wegen Hassmails...
Soldaten schreiben der DFG-VK, Teil 2
Schon kurz nachdem unsere Kampagne "Tag Y" so richtig Fahrt aufgenommen hatte, veröffentlichten wir einige Haßmails, die uns en masse erreichten. Auch weiterhin erhalten wir etliche Zuschriften, darunter zahlreiche von Soldatinnen und Soldaten.
Der Tenor hat sich allerdings verschoben: Von der bloßen Beschimpfung hin zum Versuch, die angenommene Legitimität der Bundeswehr zu begründen. So gut wie man es halt im Unterricht bei der Bundeswehr lernt. Auch manches Lob an uns ist dabei. Demnächst werden auf dieser Seite ein paar FAQ platziert – jede Mail können wir leider nicht beantworten.
Und hier Teil 2 der Mails an die DFG-VK
14. Januar 2010
Tag-Y-Kampagne „zum richtigen Zeitpunkt mit der richtigen Wirkung“
Ermittlungsverfahren wegen „Schritt-zur-Abrüstung“ eingestellt
„Unsere Kampagne kommt genau zum richtigen Zeitpunkt und hat die richtige Wirkung“, sagt Günther Schütz, Sprecher der DFG-VK Berlin-Brandenburg, zu ersten Reaktionen auf die „Tag Y“-Kampagne. Die AntimilitaristInnen rufen dazu auf, den Tod „gefallener“ Soldaten mit einem Sektumtrunk am Ehrenmal der Bundeswehr zu feiern.
„Seit Ende letzter Woche hat unsere Ankündigung, die als Offener Brief an die Soldaten der Bundeswehr formuliert ist, die Soldatenforen im Internet erreicht. Das zeigen uns etliche E-Mails von Soldaten“, so Schütz weiter.
Wenn der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe, nun gegenüber der Bild-Zeitung klage, die Kampagne treffe „jeden Soldaten ins Herz“, sei das „genau die erwünschte Wirkung“, so Schütz: „Nahezu täglich erklären uns Militärs und Politiker, die Soldaten der Bundeswehr benötigten breiten gesellschaftlichen Rückhalt. Wozu benötigen sie diesen? Um besser motiviert in ihre blutigen Kriegseinsätze zu gehen. Deswegen ist es wichtig, ihnen diesen Rückhalt zu nehmen. Zumal jetzt, nach dem Kunduz-Massaker, ist es gut, wenn unsere Kampagne ihnen klarmacht, dass sie ein schändliches Handwerk für eine schändliche Sache betreiben.“
Zur Androhung juristischer Schritte gegen die DFG-VK verweist Schütz darauf, dass ein Ermittlungsverfahren wegen einer ähnlichen Kampagne bereits im November 2009 eingestellt worden ist: Ein Plakat, das den Sarg eines „gefallenen“ Soldaten zeigte und als „Schritt zur Abrüstung“ begrüßte, hatte zu Anzeigen wegen Volksverhetzung geführt. Zu den Anzeigestellern hatten unter anderem der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Volker Kauder und der Deutsche Bundeswehrverband gehört. „Unsere Aktionen sind kein Fall für die Justiz, sondern eine legitime und notwendige Form des politischen Kampfes gegen die Kriegspolitik der Bundesregierung“, so Schütz. Die provokante Form könne andere Instrumente der Friedensbewegung sinnvoll ergänzen.
Anders als von den Medien dargestellt, handelt es sich beim Motiv der „Tag Y“-Kampage nicht um eine Fotomontage. „Wir sind ganz real mit Schweinemaske und Kunstblut zum Fotoshooting ins Ehrenmal spaziert“, so Schütz. „Unbemerkt von Feldjägern haben wir das Allerheiligste der Bundeswehr entweiht“.
(Presse-)Stimmen zur Kampagne "Tag Y" und zum Ehrenmal hier
Und hier: Die lustigsten Haßmails (kleine Auswahl)
15. Dezember 2009
Offener Brief an die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr
Soldatinnen und Soldaten!
Sie führen Krieg in aller Welt. Das Töten unschuldiger Zivilisten ist dabei nach Meinung Ihres Vorgesetzten, des sog. Bundesverteidigungsministers, unvermeidlich. Sie setzen diese menschenverachtende Haltung um, indem Sie hin und wieder größere Menschenansammlungen bombardieren oder Ihre Bündnispartner bei solchen „friedenserzwingenden Maßnahmen“ unterstützen.

Um von Ihrem ehrlosen Treiben abzulenken, haben Sie nun ein „Ehrenmal“ in Berlin. Ein Denkmal für all diejenigen, die sich nicht schämen, für einen schäbigen Sold in die Dienste des Kapitals zu treten und andere Länder zu überfallen.
Sie brauchen dieses Denkmal offenbar. Denn: Wer andern eine Grube gräbt, fällt manchmal selbst hinein. Groß ist das Geheule, wenn mal einer von Ihnen erschossen wird. Diejenigen Ihrer Kameradinnen und Kameraden, die im Kampf für die Interessen der Wirtschaft und der politischen Führung sterben, können dies künftig im Wissen darum
tun, an diesem Schandmal am Berliner Bendlerblock betrauert zu werden. Schön blöd!
Der Name jedes Ihrer „Gefallenen“ wird künftig mit LED-Leuchten acht Sekunden lang an die Wand des „Ehrenmals“ gebeamt. Der „ewige Ruhm“ kommt bei Ihnen ganz schön kurz, was? Um den Soldatentod noch ein wenig süßer zu machen als er ohnehin schon sein soll, werden wir künftig jedes Mal, wenn einer von Ihnen „fällt“, eine Runde Schampus schmeißen. Aus lauter Freude, direkt an Ihrem „Ehrenmal“. Denn wie heißt der Spruch:
Feste feiern, wie Sie fallen!
Tag Y
Wenn ein Bundeswehrsoldat „fällt“,
am selben Tag,
17.30 Uhr
Schampussaufen am „Ehrenmal“
Hildebrandstraße / Bendlerblock
Flyer als pdf
weiteres zum Schandmal
Büro für antimilitaristische Maßnahmen /
DFG-VK Berlin-Brandenburg
eMail: info (at) bamm.de
Für Unterstützung danken wir dem Netzwerk Selbsthilfe